Calgary zwischen Prärie und Rocky Mountains
Calgary ist für viele Besucher eine echte Überraschung. Wenn Sie bei der größten Stadt der kanadischen Provinz Alberta nur an Cowboys, Ranches und breite Straßen denkt, wird nach der Ankunft innerhalb weniger Stunden eines besseren belehrt. Es erwartet Sie hier eine moderne und weltoffene Metropole. Riesige Hochhäuser spiegeln sich im Bow River, auffällige hochmoderne Brücken setzen farbliche Akzente und am westlichen Horizont erhaschen Besucher und Einheimische einen sagenhaften Blick auf die Rocky Mountains. Sie sehen es schon jetzt: Genau dieser Kontrast macht den besonderen Reiz Calgarys aus: Die Traditionen des kanadischen Westens treffen hier auf zeitgenössische Architektur, Kultur und ausgesprochen urbanes Flair.
Genau zwischen den weiten Prärien Albertas und den Ausläufern der kanadischen Rockies gelegen bietet die Stadt eine interessante Umgebung. Kommen Sie nach Calgary, um einen Städtetrip zu unternehmen oder um die Stadt als Ausgangspunkt einer Rundreise durch Westkanada zu nutzen. Wenn Sie beispielsweise den Banff-Nationalpark besuchen wollen, können Sie von der Nähe zu Calgary profitieren (der Park befindet sich rund 128 Kilometer westlich der Stadt) und ist über den Trans-Canada Highway gut erreichbar.
Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten
Die Calgary Stampede: Herz der Westernkultur
Das bekannteste Event der Stadt ist die Calgary Stampede. Sie findet jeden Juli statt. Dann verwandelt dieses große Western-, Rodeo- und Volksfest Calgary für mehrere Tage in eine Bühne für Reitsport, Landwirtschaft, Musik und Unterhaltung.
Rodeo-Wettbewerbe, Pferdeshows, Konzerte, Fahrgeschäfte und eine große Eröffnungsparade sind nur einige Punkte des vielseitigen Programms. Viele Bewohner von Calgary tragen während dieser Zeit Cowboyhüte, Geschäfte werden im Westernstil dekoriert und überall in der Stadt finden traditionelle Pancake Breakfasts statt.
Diese Veranstaltung geht auf Traditionen aus dem Jahre 1886 zurück. Damals fand eine Landwirtschaftsausstellung statt. Die erste richtige Stampede wurde jedoch erst 1912 organisiert. Auch die First Nations des Treaty-7-Gebiets sind seit den Anfängen Teil der Veranstaltung mit dabei und präsentieren ihre Kulturen unter anderem im Elbow River Camp.
Downtown, Calgary Tower und moderne Architektur
Calgarys Zentrum wird von einer markanten Skyline geprägt und ist unverwechselbar. Gehen Sie am Ufer des Bow River entlang oder machen Sie ein Foto von der Peace Bridge aus. Die rote, röhrenförmige Fußgängerbrücke verbindet die städtische Downtown mit dem Stadtteil Sunnyside und gehört zu den berühmtesten Fotomotiven Calgarys.
Enn Sie schwindelfrei sind empfehlen wir Ihnen einen Besuch des Calgary Tower. Von diesem aus können Sie einen großartigen Blick über die Stadt genießen. Seine Aussichtsplattform liegt rund 191 Meter über dem Zentrum der Stadt. Bei klarer Sicht reicht der Blick über die Hochhäuser, die Prärie und bis zu den Rocky Mountains und sollte in keinem Programm zur Besichtigung der Stadt fehlen.
Sie haben Lust auf einen kleinen Spaziergang? Erkunden Sie doch zu Fuß die Stephen Avenue. Diese historische Straße liegt im Herzen Downtowns ist heutzutage eine lebendige Fußgängerzone mit restaurierten Fassaden, Geschäften, Restaurants und Bars.
Spaziergänge am Bow River
Trotz seiner modernen Hochhäuser ist man in Calgary an vielen Stellen gar nicht so weit von der Natur entfernt. Hier gibt es ein weit verzweigtes Netz aus Fuß- und Radwegen entlang des Bow River und des Elbow River sowie durch Parks und Wohnviertel, wovon nicht nur Urlauber sondern auch Einheimische profitieren können.
Auf dem RiverWalk können Sie dem Treiben der Spaziergänger, Jogger und Radfahrer zusehen. Es handelt sich dabei um einen rund vier Kilometer langen Abschnitt, der an beiden Flüssen entlang verläuft und mehrere Sehenswürdigkeiten und Grünanlagen miteinander verbindet.
Die besten Perspektiven auf Calgary findet man oft, in dem man sich in Bewegung setzt: morgens vom Flussufer, nachmittags zwischen den historischen Fassaden der Stephen Avenue und abends, wenn die Hochhäuser der Innenstadt beleuchtet sind.
Inglewood, Kensington und East Village
Östlich von Downtown ist Calgary durch Moderne und Kultur geprägt. Im East Village stehen die architektonisch auffällige Central Library und Studio Bell, das Zuhause des kanadischen National Music Center. Studio Bell verbindet Museum, Veranstaltungsort, Aufnahmestudio und Musikarchiv miteinander. Wer sich also für Kunst und Kultur interessiert, ist hier genau richtig.
Planen Sie auf jeden Fall auch einen Ausflug nach Inglewood mit ein. Dies ist Calgarys ältestes Viertel und verzaubert die Besucher mit seinen historischen Backsteingebäuden, alternativen Geschäften, gemütlichen Cafés, entspannten Musiklokalen und kleinen Brauereien. Es liegt am Zusammenfluss von Bow und Elbow River und vermittelt beinahe den Eindruck einer eigenständigen Kleinstadt.
Kensington finden Sie nördlich von Downtown. Es ist über die Peace Bridge oder mit der Stadtbahn erreichbar. Das Stadtviertel eignet sich mit seinen Cafés, Restaurants, kleinen Geschäften und Kunstwerken im öffentlichen Raum besonders gut für einen entspannten Nachmittag.
Olympisches Erbe und Wintersport
Wintersport wird hier groß geschrieben und gehört fest zur Identität Calgarys. Die Stadt war 1988 als Gastgeber der Olympischen Winterspiele aktiv. Hier finden Sie Anlagen wie WinSport, früher als Canada Olympic Park bekannt.
Während der Spiele von damals fanden dort unter anderem Bob-, Rodel- und Skisprungwettbewerbe statt. Auch heute kann das Gelände weiterhin für Ski-, Snowboard- und Freizeitaktivitäten genutzt werden. Auch das Olympic Oval, eine bekannte Eisschnelllaufhalle, stammt aus dieser Zeit.
Calgary kulinarisch entdecken
Calgary ist kulinarisch gesehen eine Verbindung aus klassischen Prärieprodukten und den Zutaten einer vielfältigen Restaurantszene. Alberta Beef ist auf vielen Speisekarten präsent und sehr beliebt. Auch die internationale Küche mit ihren modernen Steakhäusern, kreativen Cafés, Cocktailbars und zahlreiche Craft-Brauereien ist vertreten.
Ausflüge in die kanadischen Rockies
Für Calgary selbst sollte man mindestens zwei volle Tage einplanen, eher sogar drei. Sie wollen noch mehr von der Umgebung und den spektakulären Landschaften rund um die Stadt sehen? Kein Problem: Wer anschließend weiterreisen möchte, erreicht den Banff-Nationalpark, die Ortschaft Banff und die berühmten Bergseen der Rockies bequem über den Trans-Canada Highway und sieht dabei auch noch viel von der Natur, die Kanada so berühmt gemacht hat.
Lake Louise liegt in etwa 55 Kilometer westlich von Banff. Die Region bietet zahlreiche Möglichkeiten zum Wandern, Skifahren, Radfahren und Beobachten von Wildtieren. Outdoor-Fans kommen hier voll auf ihre Kosten.
Fazit: Tradition trifft Moderne
Calgary ist keine Stadt, die sich auf eine einzige Sehenswürdigkeit reduzieren lässt. Sie ist Westernstadt und Wirtschaftsmetropole, aber auch Olympiastadt und Ausgangspunkt für Naturabenteuer.
Zwischen ihren Cowboyhüten und ihren Glasfassaden zeigt Calgary, wie selbstverständlich Tradition und Moderne nebeneinander bestehen können. Gerade dieser Mix aus Westernkultur, City-Skyline, Flusslandschaft und der Nähe zu den Rocky Mountains macht die Stadt zu einem interessanten Reiseziel im Westen Kanadas.